Bestell-Telefon 08374 / 580 93 0 Mo - Fr: 08:00 - 16:00
**zusätzlich -2% ab 500€ Bestellwert, kostenlose Lieferung ab 179 €
Zur Startseite gehen
NEUE TIERWOHL- STANDARDS 2026

NEUE TIERWOHL- STANDARDS 2026

Was sich für landwirtschaftliche Betriebe ändert

Der Arbeitstag im Stall ist geschafft, am Abend folgt oft noch ein Blick auf Nachrichten aus Landwirtschaft und Politik. Dabei tauchen derzeit immer wieder Meldungen zu neuen Tierwohl-Vorschriften, Kennzeichnungssystemen und geplanten Änderungen im Tierschutzrecht auf. 

Viele Landwirte fragen sich deshalb: Welche neuen Regeln gelten ab 2026 – und was bedeutet das konkret für meinen Betrieb? 

Mit der verpflichtenden Tierhaltungskennzeichnung in Deutschland und geplanten Anpassungen der EU-Vorschriften zum Tiertransport rücken Fragen rund um Tierwohl und Transparenz stärker in den Fokus der Landwirtschaft.


Deutschland: Staatliche Tierhaltungskennzeichnung wird Pflicht

In Deutschland wurde bereits 2023 das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz beschlossen. Ziel dieses Gesetzes ist es, Verbraucherinnen und Verbrauchern besser sichtbar zu machen, unter welchen Bedingungen Tiere gehalten wurden.

Ab 1. März 2026 wurde diese Kennzeichnung verpflichtend.

Das bedeutet konkret: 

• Frisches Schweinefleisch im Handel muss mit einem staatlichen Haltungskennzeichen versehen sein 

• Die Kennzeichnung zeigt, in welcher Haltungsform die Tiere gehalten wurden. 

Bis zum 1. März 2026 blieb die Nutzung der Kennzeichnung freiwillig möglich. Für Verbraucher soll damit transparenter werden, unter welchen Bedingungen tierische Produkte erzeugt wurden.


Betrifft mich das als Landwirt direkt?

Viele Betriebe fragen sich an dieser Stelle, ob sich durch die neue Kennzeichnung unmittelbar etwas im eigenen Stall ändert. 

Die Kennzeichnungspflicht richtet sich zunächst vor allem an den Handel und die Vermarktung von Schweinefleisch. Landwirte müssen also nicht automatisch ihre Stallhaltung anpassen, nur weil das Kennzeichen eingeführt wird. 

Mit mehr Transparenz über Haltungsformen wächst auch das Interesse von Verbrauchern, Handel und Politik an den tatsächlichen Bedingungen in der Tierhaltung. 

Viele Betriebe beschäftigen sich deshalb bereits heute mit Fragen wie: 

• Wie komfortabel sind Liegeflächen und Laufgänge im Stall? 

• Wie stabil ist das Stallklima im Sommer und Winter? 

• Wie lassen sich Stress und Belastungen für Tiere reduzieren? 

Gerade Faktoren wie Stallklima, Liegekomfort und Stallhygiene spielen eine wichtige Rolle für Tiergesundheit und Tierwohl.

EU-Ebene: Anpassungen beim Tiertransport geplant

Parallel zu den Entwicklungen in Deutschland arbeitet auch die Europäische Union an einer Überarbeitung bestehender Tierschutzvorschriften. 

Ein wichtiger Schwerpunkt liegt dabei auf den Regeln für Tiertransporte.

Die derzeit geltenden EU-Vorschriften stammen aus den frühen 2000er-Jahren. Sie sollen nun modernisiert werden, um aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse zum Tierwohl stärker zu berücksichtigen. Die EU-Kommission hat dazu bereits Vorschläge für eine Anpassung der Transportregeln vorgelegt.

Welche Änderungen werden diskutiert?

Im Rahmen dieser Reformen werden unter anderem folgende Punkte diskutiert: 

• mögliche Begrenzung der Transportdauer 

• verbindliche Ruhezeiten für Tiere 

• strengere Anforderungen ans Platzangebot im Transportfahrzeug 

• besserer Schutz der Tiere bei extremen Temperaturen 

Viele Landwirte fragen sich, wann diese Regeln tatsächlich gelten werden. 

Wichtig ist: 

Diese Vorschläge befinden sich derzeit noch im politischen Gesetzgebungsprozess der EU. Bis neue Regelungen tatsächlich verpflichtend werden, können noch mehrere Jahre vergehen. 

Dennoch zeigen die Diskussionen deutlich, in welche Richtung sich die europäische Tierhaltung entwickelt: Tierwohl und Transportbedingungen rücken stärker in den Fokus der Gesetzgebung.

Tierwohl beginnt im Stall

Unabhängig von gesetzlichen Vorgaben bleibt der wichtigste Einflussfaktor für Tierwohl weiterhin die tägliche Arbeit im Stall. 

Ein gutes Stallmanagement kann entscheidend dazu beitragen, Stress für Tiere zu reduzieren und ihre Gesundheit langfristig zu erhalten. 

Zu den wichtigen Faktoren gehören beispielsweise: 

•ausreichend trockene Liegeflächen 

•gute Luftzirkulation im Stall 

•saubere Laufgänge und Wartebereiche 

•ruhige und strukturierte Arbeitsabläufe 

Gerade beim Stallklima unterschätzen viele Betriebe den Einfluss auf Tiergesundheit und Leistung. Hohe Temperaturen, schlechte Luftbewegung oder hohe Luftfeuchtigkeit können dazu führen, dass Tiere weniger fressen, schneller ermüden oder anfälliger für Krankheiten werden. 

Technische Lösungen können dabei helfen, diese Faktoren im Stall besser zu kontrollieren. Sie unterstützen beispielsweise eine gleichmäßigere Luftbewegung im Stall und können helfen, Feuchtigkeit und Hitzestress zu reduzieren. 

Auch regelmäßige Stallreinigung, passende Stallwerkzeuge und eine strukturierte Stallorganisation tragen dazu bei, stabile Haltungsbedingungen zu schaffen. 

Wir bei WAHL unterstützen landwirtschaftliche Betriebe mit verschiedenen Lösungen rund um Stalltechnik, Stallhygiene und Stallkomfort, die im täglichen Stallmanagement eingesetzt werden können.


Fazit

Das Jahr 2026 bringt vor allem in Deutschland eine wichtige Neuerung: Die staatliche Tierhaltungskennzeichnung für frisches Schweinefleisch wird verpflichtend. 

Parallel dazu arbeitet die Europäische Union an einer Modernisierung bestehender Tierschutzvorschriften, insbesondere im Bereich Tiertransporte. 

Auch wenn viele dieser Entwicklungen zunächst den Handel betreffen, zeigen sie eine klare Tendenz: Transparenz und Tierwohl werden in der Landwirtschaft künftig eine noch größere Rolle spielen.